12. Marienliebe

Schon in den ersten Satzungen unterstellten die Zisterzienser ihre monastische Lebensform dem besonderen Schutz der Jungfrau Maria; dem Geheim ihrer Himmelfahrt sollten fortan alle Ordenskirchen geweiht sein. Jedes Kloster trägt seit 1335 ihr Bild im Konventsiegel. Auch im Klosternamen findet diese innige Beziehung zu Maria beredten Ausdruck: Marienborn, Marienfeld, Marienfließ, Mariensee, Marienstatt, Marienstern, Mariawald.

Durch Bernhard erhielt die Marienfrömmigkeit der Zisterzienser neuen Antriebund weitere Vertiefung. In zahlreichen Predigten, die bald in allen Klöstern Europas Verbreitung fanden, sang Bernhard in unvergleichlicherweise das Lob seiner himmlischen Herrin. “Es gibt nichts, das mich mehr entzückt, aber auch mehr erschreckt, als über die Herrlichkeit der jungfräulichen Mutter zu reden”, bekannte der fromme Abt in einer Ansprache an seine Mönche. In ihren Herzen entzündete er jene Marienliebe, die fortan neben der Christusmystik sein kostbares Erbe an die abendländische Frömmigkeit darstellt. Allabendlich singen die weißen Mönche – und mit ihnen die Kirche – noch heute im Salve Regina jene innigen Anrufungen an Maria, die Bernhard am Weihnachtsabend 1146 im Dom zu Speyer angestimmt haben soll: “0 gütige,o milde,o süße Jungfrau Maria!”

Der feinsinnige Schriftsteller und Prior Cäsarius von Heisterbach(+1240) beschreibt in seinen Wundererzählungen das kindlich-fromme Verhältnis der Zisterzienser zu Maria. Er gab auch die Anregung für die Gestaltung des Schutzmantelbildes.

Wohl am besten hat Papst Pius XII. das marianische Apostolat der Zisterzienser erkannt und gewürdigt: “Wie einst St.Bernhard von Clairvaux für seine unruhevolle Zeit von der jungfräulichen Gottesmutter Maria Hilfe erbat und erlangte, so müssen auch wir mit gleichem Vertrauen und gleicher Bitte zu ihr unsere Zuflucht nehmen, daß sie uns von Gott die rechten Abwehrmittel gegen das drohende Unheil erbitte und der wahre, sichere und fruchtbare Friede endlich allen Vökern erstrahle.”