„Braunschweiger Erklärung“ zum Schutz des ungeborenen Kindes

Der ORDO MILITIÆ CRUCIS TEMPLI – Tempelherren-Orden, Deutsches Priorat, hat sich anläßlich seines Generalkapitels vom 3. bis 6. Oktober 1991 in Braunschweig mit der Situation der ungeborenen Kinder im vereinigten Deutsch­land befaßt und in Sorge um einen weiter zunehmenden Wertverlust mensch­lichen Lebens, vor allem des vorgeburtlichen Lebens, vor allem des vorge­burt­lichen Lebens, folgende Erklärung abgegeben:

  1. Menschliches Leben beginnt im Moment der Befruchtung, d. h. der Verschmelzung von Ei und Samenzelle. Dies ist die Geburtsstunde individuellen menschlichen Lebens und nicht erst die Entbindung des Kindes von seiner Mutter.
  1. Der Mensch ist von der Befruchtung an ganz Mensch. Er erfährt jedoch im Laufe seines vor- und nachgeburtlichen Lebens eine Veränderung seiner äußeren Erscheinungsform.
  1. Der Mensch ist in keinem Stadium seines Lebens „mehr“ oder „weniger“ Mensch. Würde und Wert menschlichen Lebens sind somit zu jedem Zeitpunkt gleich hoch einzuschätzen.
  1. Nicht der Mensch als Geschöpf ist Schöpfer menschlichen Lebens, sondern der dreieinige Schöpfer – Gott. Damit ist menschliches Leben für den Menschen zu keinem Zeitpunkt verfügbar, weder vor, noch nach der Geburt, weder in seinen Anfängen, noch an seinem Ende.
  1. lm Wissen um die „…Verantwortung vor Gott…“ wird in Artikel 2 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland das Lebensrecht jedes Menschen, also auch des ungeborenen Kindes, betont.
  1. Abtreibung ist und bleibt strafrechtlich zu ahndende Tötung eines ungeborenen Menschen, der dem Wohlwollen aller anvertraut ist, vor allem der liebenden Fürsorge beider Elternteile, als auch dem recht­lichen Schutz des Staates.
  1. Die sogenannte „Fristenlösung“ ist laut Entscheidung des Bundes­ver­fassungsgerichtes, vom 25. Februar 1975, verfassungswidrig. Aus christ­licher Sicht stellt sie darüber hinaus einen massiven Angriff gegen das menschliche Leben dar, dem entschieden entgegengetreten werden muß.
  1. Pflicht eines Arztes ist es, Leben zu erhalten und nicht, es zu beenden. Abtreibung kann und darf nicht – außer in besonders begründeten medizinischen Notfällen – ärztliche Berufsaufgabe sein.
  1. Das Selbstbestimmungsrecht der Frau findet ihre natürliche Grenze im Lebensrecht des ungeborenen Kindes. Verständnisvolle Hilfe aller für die psychischen und sozialen Probleme einer Schwangeren verhelfen dem von der Abtreibung bedrohten Kind zu seinem Lebensrecht.
  1. Der Schutz des ungeborenen Kindes ist eine ethische, ärztliche, juristische und vor allem christliche Verpflichtung, die den ganzen Einsatz, sowohl jedes einzelnen als auch des Staates als Gemeinschaft, erfordert.

Wir appellieren an die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien und ihre Mitglieder, geeignete gesetzgeberische Maßnahmen zu beschließen, um einen wirklich effektiven Schutz des ungeborenen Kindes herbeizuführen.

 

Braunschweig, den 4. Oktober 1991