11. Christusmystik

St. Bernhard legt seinen Mönchen in Clairvaux das Hohe Lied aus (Schlackenwerter Codex v. J. 1353 fol. 157 r)

St. Bernhard legt seinen Mönchen in Clairvaux das Hohe Lied aus (Schlackenwerter Codex v. J. 1353 fol. 157 r)

In seinen Predigten über das Hohe Lied wie in kleineren geistlichen Schriften entwickelte Bernhard das Verhältnis der Seele zu Christus. Er wird zum Vater der Braut- und Christusmystik, die auf die mittelalterliche Frömmigkeit tiefgreifend einwirkte. Der Abt von Clairvaux, den die Kunst gerne versunken unter dem Kreuz oder in Umarmung des Gekreuzigten darstellt, verkörpert in seinem geistlichen Leben die höchste Form der Christusmystik.

Mit Paulus bekennt der große Gottsucher: “Jesus kennen, Jesus den Gekreuzigten, das ist der Kern meiner Philosophie” (43.Predigt auf das Hohe Lied).