Die „Heiligkreuztaler Erklärung” zur christlichen Ökumene

Erklärung des OMCT vom 27. Generalkapitel in Heiligkreuztal

Der ORDO MILITIÆ CRUCIS TEMPLI – Tempelherren-Orden, Deutsches Priorat, hat sich anläßlich seines 27. Generalkapitels vom 1. bis 3. Oktober 1993 in Heilig­kreuztal mit der Situation des christlichen ökumenischen Dialoges in Deutsch­land befaßt und in Sorge um die Wiederherstellung der Einheit der christlichen Kirchen folgendes festgestellt:

  1. Der OMCT anerkennt und begrüßt es, daß die Kirchen sich auf nationaler und internationaler Ebene durch einen intensiven theologischen Dialog bemühen, zu einer Einheit in der Vielfalt zu finden.
    Er bittet und mahnt die christlichen Kirchen aus ökumenischem Gewissen, mutige und groß e Schritte aufeinander zuzugehen und den Christen ver­schie­dener Konfessionen wieder eine gemeinsame Grundlage im Glaubensbe­kenntnis, in der Taufe, in der Eucharistiefeier, in der Ehegemeinschaft und in der GIaubensausübung in den Familien, in den Ortsgemeinden, im deutschen Volke und in der ganzen Welt zu geben.
  1. Ungeachtet aller theologischen Streitfragen und konfessioneller Traditionen ist durch den alle Christen verbindenden Glauben an den Dreifaltigen Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, „die Einheit in versöhnter Ver­schie­denheit“ in der aus dem Erdenwirken von Jesus Christus hervorgegangenen Kirche zu bewahren.
  2. Mit großen Hoffnungen, aber auch mit zunehmender Unruhe und Sorge verfolgen immer mehr gläubige Christen die Entwicklung des ökumenischen Prozesses in Deutschland.

Dabei verdienen die vielfältigen Bemühungen zwar Anerkennung, finden aber in der praktischen Anwendung vor Ort noch keinen befriedigenden Niederschlag. Die darin liegenden Gefahren der Resignation der Gläubigen und des Verlustes der Glaubwürdigkeit der Kirchen dürfen nicht unterschätzt werden.