Manuskript-Die-Prophezeiungen

Die Prophezeiungen

Der Templer Johannes von Jerusalem und sein Blick in die Zukunft

Quelle: Artikel aus NON NOBIS Heft 42 Dez 2002

Wer sich mit Geschichte und Schicksal des „Ordens der Ritter vom Tempel Salomos“ bis hin zum „Tempelherren-Orden“ heutiger Zeit befassen will, muß schon ganzheitlich, heils- und weltgeschichtlich sowie geopolitisch zu denken bereit sein. Nur so ist die Botschaft von einem der Mitbegründer des historischen Templerordens aus dem Jahre 1120 zu erfassen.

Manuskript-Die-Prophezeiungen

Das Manuskript, so wie es in Sagorsk entdeckt wurde (Sammlung Viollet)

Das besondere hierbei ist zudem, daß diese aus 40 Versen bestehende, bis 1120 fertiggestellte und dann gezielt in 7 Exemplaren auf den Weg gebrachte Botschaft sich ausschließlich mit unserem noch jungen 3. Jahrtausend befaßt.

Der Verfasser war ein Burgunder Mönch und späterer Abt des Benediktinerklosters von Vezeley. Zudem war er militärischer Führer einer Ritterformation während des Ersten Kreuzzuges und bei der Eroberung Jerusalems. Die Titulierung in seiner Lebensbeschreibung „Tapferer unter Tapferen, Heiliger unter Heiligen“ läßt darauf schließen, daß er nach dem Massaker anläßlich der Eroberung von Jerusalem 1099 zu jener kleinen Schar von Eroberern gehörte, die sich mit Abscheu von dem Gemetzel abwandten, was eine innere Wandlung des Abtes und Ritters zur Folge hatte und nun für ihn das Ziel des Kreuzzuges nicht mehr im militärischen oder machtpolitischen Bereich lag. Er verzichtete auf eine ehrenvolle Rückkehr nach Frankreich, auch auf hohe Positionen im christlichen Königreich Jerusalem. Er wollte seinem Leben eine völlig neue Richtung geben. Er wandelte sich vom Kriegsmann zu einem geistig suchenden kontemplativen Menschen. Jehan de Vezeley, später als Johannes von Jerusalem bezeichnet, hielt sich danach 20 Jahre im Umfeld von Jerusalem auf, oft zum Meditieren in der Wüste. Er gehörte zu den neun Urtemplern und begann ab 1117 seine berühmten Visionen niederzuschreiben. Er verstarb nach Erfüllung seiner Mission im Jahr 1120 mit 77 Jahren.

Daß wir über Jahrhunderte von den Manuskripten nichts hörten, hängt natürlich auch damit zusammen, daß 1312 der Templerorden verboten wurde, was zur Folge hatte, daß die Folianten zu Geheimpapieren gemacht werden mußten, um sie nicht in falsche Hände geraten zu lassen.

Aus der umfänglichen Literatur über die Kreuzzüge und über den Templerorden wird unschwer erkennbar, daß es sich bei den neun adligen Gründern des Templerordens um herausragende Persönlichkeiten gehandelt hat, die schon zuvor eine verschworene Gemeinschaft waren, keine eigentliche militärische Absicht hegten, sondern sich vielmehr auf ein ganz bestimmtes außerordentlich hochgestecktes geistiges Ziel konzentrierten.

Die ersten Templer suchten nach unvergänglichen Werten. Sie erreichten von Balduin II., dem residierenden König von Jerusalem, daß ihnen die Aqsa Moschee zur Verfügung gestellt wurde, wo sie etwa ab 1116 dann damit beginnen konnten, den Ende des letzten Jahrtausends von israelischen Archäologen wiederentdeckten Stollen in den Jerusalemer Tempelberg zu treiben und, das steht außer Zweifel, auf  jenen „Hort des Wissens“ gestoßen sind, von dem man aus jüdischer Überlieferung wußte, daß es der als „Schatz des Königs Salomo“ bekannte war. Speziell Johannes von Jerusalem muß tief im Gestein des Tempelbergs hochbedeutende metaphysische Informationen des großen biblischen Königs gefunden, entschlüsselt und verinnerlicht haben und dadurch ein Meister prophetischen Erkennens geworden sein.

So erklärt sich auch, nachdem die neun Ritter im Tempelberg unter der Aqsa-Moschee fündig geworden sein müssen, daß Johannes von Jerusalem sogleich im Jahre 1117 mit der Niederschrift seiner Erkenntnisse und Visionen für das 3. Jahrtausend begann. Das Jahr 1119 wiederum gilt als das Gründungsjahr des historischen Tempelherrenordens und er war einer der Mitbegründer. Im Jahr 1120 konnte er dann die Niederschrift und die 6 Abschriften beenden, sie auf gezielte Wege bringen und dann sterben.

Der Verfasser des Buches über Johannes von Jerusalem, der es 1994 in Paris unter dem Titel „Le Livre des Propheties“ veröffentlichte und der jahrelang weltweit recherchiert hatte, der in Frankreich lebende russische Professor Galvieski, charakterisierte den Jehan de Vezeley, den Johannes von Jerusalem, als Arzt oder Heiliger und gleichzeitig als Astrologe oder Astronom. Er sei in dieser Hinsicht ein Vorgänger von Nostradamus. Als Grübler und Eremit in der Wüste aber auch durch seine unzähligen Gespräche mit jüdischen Rabbinern und muselmanischen Weisen, konnte er über die esoterische Philosophie der Griechen, über die jüdische Kabbala, die Mysterien der Algebra und die Bedeutung der Ziffern vieles hinzulernen. Mit seinen Schriften hatte Johannes von Jerusalem ohne Zweifel das Wohl der Menschheit im Auge und gab deswegen seine Prophezeiungen als Warnung vor noch weit in der Zukunft liegenden Fehlentwicklungen ab. Sie durften allerdings erst dann in die Welt gelangen, wenn die Zeit, eben unsere Zeit, gekommen war, weil sie früher kaum verstanden worden wären.

Jedes der sieben Manuskripte trat nach dem Tode des Johannes von Jerusalem eine unglaubliche Odyssee durch die Zeit des Mittelalters und der folgenden Jahrhunderte an und die Spurensuche nach diesen Handschriften war für die interessierten Historiker, allen voran Professor Galvieski, ein großes Abenteuer.

Ohne hier in die Einzelheiten gehen zu können, sei vermerkt, daß ein Exemplar über Bernhard von Claivaux nach Vezeley ging, aber im Zuge der Verfolgung durch die französische Krone wohl vernichtet wurde. Ein anderes Exemplar gelangte nach Rom, wo es wohl in den päpstlichen Geheimarchiven verschwand und noch im Vatikan unter Verschluß gehalten wird. Ein weiteres Exemplar lag zunächst in einer Klosterbibliothek im französischen Citeaux, tauchte später am Pariser Königshof auf, kam in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch Katharina von Medici, die mit Nostradamus in Verbindung stand, in dessen Hände und verschwand nach seinem Tode 1566 spurlos. Das vierte Exemplar war zunächst in der kaiserlichen Bibliothek in Konstantinopel und ging dann Mitte des 12. Jahrhunderts in die Obhut eines griechisch-orthodoxen Mönchs über, der es dann auf den Berg Athos gebracht hat, wo nachzuforschen nicht erlaubt war. Das fünfte Exemplar gelangte in die Hand eines von Buddha erleuchteten Weisen, der sich zu Studienzwecken zu Zeiten des Johannes von Jerusalem in Jerusalem aufhielt, es mit nach Tibet nahm, wo es in einem der vielen tibetanischen Bergklöster landete, zu denen es bis ins frühe 20. Jahrhundert für Europäer keinen Zutritt gab. Der sechste Foliant blieb bis Mitte des 15. Jahrhunderts ebenfalls in einem Kloster in Konstantinopel. Als die Stadt 1453 von den Osmanen erobert wurde, nahmen es flüchtende Mönche mit nach Rußland ins Kloster Sagorsk bei Moskau, wo es bis 1918 verblieb und wohl durch plündernde Bolschewiken geraubt oder vernichtet wurde.

Das siebte und letzte Exemplar, das sich vom frühen 12. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts in jüdischen Händen befand, ist unzerstört und auf dramatische Art in die Hände von Professor Galvieski gelangt. Dieses Exemplar gab Johannes von Jerusalem wohl einem Freund mosaischen Glaubens. Dessen Nachfahren gingen in die Diaspora und das Buch gelangte über viele Generationen mit ihnen über Spanien, Frankreich, Deutschland nach Polen. Dort wurde es über sehr lange Zeit in Warschau verwahrt. 1941 entdeckten dann im Rahmen von Kampfhandlungen im jüdischen Ghetto in einer Bibliothek deutsche Wissenschaftler das Manuskript des Johannes von Jerusalem. Weil Heinrich Himmler bekanntermaßen ein großes Interesse für die Kreuzritter hatte, sandten sie das Exemplar an diesen, der es aufmerksam studierte und an Hitler weitergab. Die Handschrift blieb bis zum Selbstmord Hitlers im Berliner Führerbunker und fiel dann eindringenden Sowjetsoldaten in die Hände. Der sowjetische Geheimdienst KGB nahm es dann in Verwahrung und brachte es nach Moskau, wo es bis zum Zusammenbruch der UdSSR in den Archiven des KGB in der berüchtigten Lubjanka verblieb.

Zu Beginn der 1990er Jahre stieß dann Professor Galvieski völlig unerwartet auf das lang gesuchte Exemplar, das der Tempelritter vor fast 900 Jahren einem jüdischen Freund in Jerusalem ausgehändigt hatte. So wurde das für das 3. Jahrtausend vorgesehene und die Menschen warnen sollende Manuskript rechtzeitig und den Kreis schließend gefunden.

Die in 40 Versen gestaltete Botschaft des Johannes von Jerusalem, der seine Texte in der Sprache eines mittelalterlichen Mönches formulierte und häufig die Bibel zitierte, läßt in der Wortwahl die Nähe zum ritterlichen Umfeld erkennen. Zu unterscheiden sind die 40 Verse in die zeitlich 30 „nahen“ und dann in die 10 „fernen“ Prophezeiungen. So beginnen die den Anfang des 3. Jahrtausends betreffenden Verse mit „Wenn das Millennium einsetzt, das auf das Millennium folgt“ und diejenigen, die das Ende des Jahrtausends betreffen mit „Wenn das Millennium verklingt, das dem Millennium folgt“. Was in den ersten 30 Versen real geschrieben steht und die entsetzlichen Vorgänge und Zustände in dieser Welt schildert und beklagt, ist uns hier Lebenden nicht fremd, weil wir es täglich über alle Medien sehen und hören oder auch direkt erleben können. Die uns bekannten Geschehnisse, und nichts wird ausgelassen, werden so zutreffend angesprochen und dargelegt, daß man sich nur wundern kann, daß ein Mensch am Anfang des 12. Jahrhunderts das alles sehen, beschreiben und voraussagen konnte.

Nun ist auffallend und sicherlich nicht ohne Grund, daß Johannes von Jerusalem den 30 Versen, die einen furchterregenden Anfang des 3. Jahrtausends zur Warnung der Menschheit einläuten, eine große Zeitlücke folgen läßt und sich erst wieder „Wenn das Millennium verklingt, das dem Millennium folgt“ fortsetzend in 10 Versen zu Wort meldet. Es wird eine positiv veränderte Menschheit in einer eher heilen Welt geschildert. Während wir die turbulenten Zeiten, die für den Beginn des 3. Jahrtausends vor 900 Jahren vorausgesagt wurden, durch unmittelbares Erleben erstaunt bestätigen müssen, liegen uns die angekündigten guten Zeiten am Ende des 3. Jahrtausends doch noch sehr in der Ferne. Mancher wird denken: zu schön um wahr zu sein.

Der Tempelritter Johannes von Jerusalem hat seine Aufzeichnungen im Interesse und zum Wohle der Menschheit wohl bedacht. Sein foliantes Manuskript mußte rechtzeitig vor Beginn des 3.Jahrtausends warnend öffentlich in Erscheinung treten, um vorsorgende und wachrüttelnde Wirkung erzielen zu können. Das geschah offensichtlich zu Beginn der 1990er Jahre am Ende des 20. Jahrhunderts, als Professor Galvieski in der berüchtigten Lubjanka in den KGB-Archiven den überraschenden Fund machte, ihn gründlich auswertete und die Ergebnisse seiner Forschungen und die 40 Einzelprophezeiungen 1994 publizierte, 1995 die erste deutschsprachige Übersetzung veröffentlicht wurde und inzwischen weitere folgten.

Prof. E. Schlee/ H.-J. Riechers