Freimaurer

Laut Lexikon sind das: Humanitär-ethische Vereinigungen (Logen), die zu geheimen Ritualen und Zeremonien zusammenkommen und das Ziel verfolgen, durch geistige und sittliche Vervollkommnung sowie vorbildhaftes Handeln für die Verwirklichung der Menschenrechte, Glaubens-, Gewissens- und Denkfreiheit einzutreten …

Diese an sich allgemein positiv bewerteten Anliegen bergen doch große Zersetzungsgefahren in sich, wird dabei eben nicht Gott, sondern der Mensch als Maß aller Dinge in den Mittelpunkt gestellt.

Dass diese Ideen so allgemein und positiv in unserem Leben vorkommen, wurde durch eine 300-jährige Infiltration verursacht. Meist als Wölfe im Schafspelz getarnt, unterwanderten die Freimaurer, ähnlich wie heute z.B. Frankfurter Schule-68er und die Scientologen, die Institutionen und setzten so ihre Ziele durch. Dabei vertrauten sie auf die Trägheit und Beeinflussbarkeit der breiten Masse (panem et circenses).

Wesentlich zu dem Geheimnisvollen um die Freimaurer haben wohl die auch bewusst gestreuten Legenden beigetragen, die sich um die Entstehung dieser alten Bruderschaft ranken. Sicher gibt es einen starken jüdischen Einfluss, denn (auch) zahlreiche rituelle
Ausdrücke und Passwörter sind hebräischen Ursprungs.

Ernstzunehmende Indizien könnten auch für eine Verbindung der Freimaurerei zu den Tempelherren sprechen. So gab es bei den historischen Templern verselbständigte okkulte Zirkel und natürlich auch Berührungen mit den Bauhütten, worauf die Freimaurer nach deren Auflösung nach 1307 und deren Zerstreuung auch nach Schottland sicher als Keimzellen Bezug nehmen könnten.

Nur, mit der eigentlichen Templerbewegung haben die Freimaurer sicher nichts zu tun.

Tatsächlich nachgewiesen als Wiege der Freimaurer ist das mittelalterliche England, wo sich Bauhandwerker zu Bruderschaften organisierten, um die königliche Kunst von Architektur und Bauhandwerk zu pflegen. Die freemasons also Freimaurer genossen aufgrund ihrer Kunstfertigkeit, feine Steinmetzarbeiten zu verrichten, höchstes Ansehen und im Vergleich zu anderen Gilden bemerkenswerte Privilegien: Geschützt durch Papst und König durften die Maurer selbst in kriegerischen Zeiten ungehindert reisen und wurden von allen politischen Regimen umworben.

Lodge, ins Deutsche übersetzt mit Loge, bezeichnete die Bauhütte als Gebäude, das den Bauhandwerkern während der langen Bauzeiten gleichsam als Werkstatt, Aufenthalts- und Versammlungsraum diente. Aus der reinen Bauhütte wurde eine Organisationsform — die Loge als Zentrum der Bauhandwerker, die an den großen Dombauwerken und Kathedralen des Mittelalters arbeiteten.

Erheblichen Zuwachs an politischem Einfluss erlangten die Freimaurer nach der Zerstörung Londons durch eine Feuersbrunst im Jahre 1666. Die Logen der für den raschen Wiederaufbau benötigten Bauleute wurden zunehmend von intellektuellen Angehörigen nichthandwerklicher Berufe unterwandert (wie die grüne Bewegung als Gründung von Landwirten gegen zu viel Chemieeinsatz, vor einigen Jahren in Deutschland), die das Ansehen der Bauhütten für ihre Zwecke verwandten.

Unterstützt durch das Ausklingen der großen Dombauten, waren in einigen Logen schon bald die sogenannten angenommenen Maurer in der Überzahl — der Umwandlungsprozess zur geistigen oder spekulativen, nur mehr symbolisch bauenden Freimaurerei war in vollem Gange und fand seinen Abschluss am Johannistag des Jahres 1717: An diesem 24. Juni versammelten sich im Londoner Gasthaus Goose and Gridiron die Mitglieder von vier Logen und konstituierten die erste Großloge der Welt. Bereits vier Jahre später war die Loge mit einem Hocharistokraten als Großmeister hoffähig, und im Jahre 1723 gab sich die Bruderschaft eine neue Konstitution, die Alten Pflichten, das bis heute gültige Grundgesetz der Freimaurer. Das Streben nach Vollendung und der humanitäre Grundgedanke des Männerbundes verbreiteten sich nach der Gründung der ersten Großloge geradezu explosionsartig, so dass innerhalb kurzer Zeit nicht nur Europa, sondern der ganze Erdball mit Logen, mit heute 6 Millionen Mitgliedern, übersät war.

Laut logeninterner Definition war der geschichtsnotwendige Auftrag der Freimaurerei im 18. Jahrhundert die Befreiung des Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit (Einleitung der „Aufklärung).

Trotz aller Widrigkeiten hat sich der Männerbund als überaus stabil erwiesen, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass die Logen zu allen Zeiten mit hochgestellten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens durchwachsen waren.

In Anbetracht der unzähligen prominenten Mitglieder könnte man tatsächlich versucht sein, diese Bruderschaft zum Motor des politischen und gesellschaftlichen Lebens der letzten 300 Jahre zu erklären.

Als augenfälligste Erscheinungen freimaurerischen Geistes stehen auch heute noch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung aus dem Jahre 1776 und die französische Revolution von 1789 mit der Erklärung der Menschenrechte, deren beider Grundelemente, sich konsequenterweise auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland finden.

Die Geschichte der deutschen Freimaurerei begann im Jahre 1737 mit der Gründung der Loge d “Hambourg, und damit die Verbindung zur Macht auch hier sichergestellt war, wurde im Jahre 1738 Friedrich der Große als 26-jähriger Kronprinz in einer einzigen Nacht vom Lehrling über den Gesellen zum Meister erleuchtet. Durch die Unterteilung des heutigen Staatsgebietes in viele kleinere Länder hatten sich bis zum 2. Weltkrieg verschiedene freimaurerische Lehrarten festgesetzt, denen erst nach 1945 ein Neubeginn unter gemeinsamer Flagge gestattet war. Mit dem Wiederaufbau der zerschlagenen Logen nach Kriegsende gelang die Gründung der Vereinigten Großlogen von Deutschland, Bruderschaft der Freimaurer (VGLuD) mit heute 390 Logen.

Die Beziehung der politischen Freimaurerei zu katholischen Kirche war von Anbeginn an problembeladen. Mit mehr als einem Dutzend Verurteilungen versuchten die Päpste seit 1738 die Freimaurerei mit einem Bannfluch zu belegen, deren Mitglieder sie als Jünger des Bösen betrachteten. Im Jahre 1738 schreibt Papst Klemens XII. die apostolische Konstitution In eminemti, die in der feierlichen Form einer Bulle veröffentlicht wird; „Mit sicherem Wissen und kraft unserer apostolischen Vollgewalt verurteilen und verbieten.

Wir die geheimen Gesellschaften durch unsere gegenwärtige, auf immer gültige Konstitution und untersagen jedem einzelnen Gläubigen Jesu Christi, in die Loge einzutreten oder diese Art von Gesellschaften in irgendeiner Weise zu begünstigen, und dies bei Strafe der Exkommunikation durch die Tat selbst und ohne weitere Erklärung”.

Doch ab Papst Johannes XXII!. äußerte sich keiner der nachfolgenden Päpste mehr gegen die Freimaurerei. In den späten sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts kam es dann zu einem offiziellen Dialog zwischen den um Humanität und Brüderlichkeit konkurrierenden
Machtgefügen.
Im Jahre 1980 wiederum erklärte die deutsche Bischofkonferenz jedoch die Zugehörigkeit zur Kirche für Freimaurer als unvereinbar, und erst in jüngster Vergangenheit wurden die Begriffe Freimaurer und Exkommunikation aus dem offiziellen Kirchenrecht gestrichen.

Um den Schein zu wahren, begnügte sich die Glaubenskonsegration damit, lediglich zu erklären, die Brüder befänden sich im Stande der Todsünde, aber in der Praxis duldet der jetzige Papst Johannes Paul II. eine ganze Reihe von Freimaurern aus verschiedenen Logen offiziell in seinen Mauern.

Die Ordensregel des OMCT jedenfalls gibt vor, dass die Mitgliedschaft in einer Loge den Eintritt in oder das Verbleiben im ordo militiae crucis templi ausschließt.

H.-J.R.—Stand 27.8.2004