Friedensruf für die Welt – Erklärung des OMCT vom 43. Generalkapitel in Münster

Das 43. Generalkapitel des OMCT-Tempelherrenorden, Deutsches Priorat e.V., hat am 12. September 2009 folgende Erklärung zum Frieden verabschiedet und an alle gerichtet, die Verantwortung für den Frieden tragen.

Noch immer werden Streitigkeiten verschiedener Art mit den Waffen des Krieges aus­getragen.

Mehr denn je sind Christen heute aufgerufen, für den Frieden einzutreten. Münster und Osnabrück sind als Städte des Friedens in die Geschichte eingegangen. In ihren Rathaussälen wurden Verträge ausgehandelt, die den Dreißigjährigen Krieg 1618 – 1648 beendeten und den Frieden besiegelten.

Auf deutschem Boden kämpften Soldaten aus vielen Ländern. Die Bevölkerung Deutschlands sank von 16,5 Millionen auf 10,5 Millionen.

Nach zähen und langwierigen Verhandlungen wurde der Friedensvertrag besiegelt. Heute kann nicht eindringlich genug gefordert werden, daß christlich geprägte und fachlich gebildete Diplomaten alles tun, Streitfragen ohne Kriege zu regeln.

Die Mahnung Albert Schweitzers am 4. November 1954 in Oslo sollte alle aufrütteln. Er sagte bei der Entgegennahme des Friedensnobelpreises: „Weil offenbar ist, ein wie furchtbares Übel ein Krieg in unserer Zeit ist, darf nichts unversucht bleiben, ihn zu verhindern. … Mögen die, welche die Geschicke der Völker in den Händen haben, darauf bedacht sein, alles zu vermeiden, was die Lage, in der wir uns befinden, noch schwieriger gestalten und uns noch weiter gefährden könnte. Mögen sie (die Politiker) das wunderbare Wort des Apostels Paulus beherzigen: So viel an euch liegt, habt mit allen Menschen Frieden. Dies Wort gilt nicht nur den Einzelnen, sondern auch den Völkern! Mögen sie (die Völker) in dem Bemühen um die Er­haltung des Friedens miteinander bis an die äußerte Grenze des Möglichen gehen.“

Alle Menschen sollten das Wort des Straßburger Dompredigers Johannes Geiler von Kaysersberg beherzigen, das er vor 500 Jahren verfaßte:

Friede macht Reichtum.
Reichtum macht Übermut.
Übermut  bringt Krieg!
Krieg bringt Armut.
Armut macht Demut.
Demut macht Frieden.

 

Bei Benedikt von Nursia heißt es bereits 534: „Willst du wahres und unvergängliches Leben, bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede! … Suche Frieden und jage ihm nach.“

Die Ordensbrüder des ökumenischen Tempelherrenordens bitten alle Christen, nach Kräften darauf hinzuwirken, daß diese Mahnung aus Münster nicht verhallt!