1705 – Fortführung

1705

Mit dem Generalkapitel 1705 in Versailles tritt der Templerorden wieder in die Öffentlichkeit. Der neugewählte Großmeister, Philipp von Bourbon, Herzog von Orléans und späterer Regent von Frankreich, bestätigt Ende März die neuen Statuten. Der Templerorden ist nun offiziell ein Laienritterorden.

1818

Er beginnt sich nach 1818 über die Grenzen Frankreichs in ganz Europa auszubreiten. Es folgt die Gründung von Prioraten unter anderem in Großbritannien, Deutschland, Belgien, der Schweiz und Schweden. Hierbei spaltete er sich immer weiter in viele nur lose verbundene Gemeinschaften auf. Die heute weltweit existierenden Templer haben die unterschiedlichsten Orientierungen, von katholisch über ökumenisch bis konfessionslos, von antifreimaurerisch bis hochgradfreimaurerisch, von esoterisch bis gesellschaftlich unterhaltend.

1940

Beim Einmarsch der deutschen Truppen im Jahre 1940 löste sich der französische Teil des Templerordens mit Sitz in Paris auf. Die wichtigsten Unterlagen des Ordensarchivs wurden nach Belgien gebracht. Vor der Besetzung Belgiens wurden die Akten dann nach Portugal verfrachtet, wo der Graf Sousa de Fontes als Regent des Ordens amtierte. Als nach Ende des Krieges der Orden sich wieder in Paris statuierte und die ausgelagerten Akten zurückverlangte, wurde die Rückgabe der Akten verweigert, mit der Begründung, daß der Orden in Paris aufgelöst sei und die Akten daher in Portugal unter der Regentschaft des Grafen Sousa de Fontes verbleiben werden. So bestand fortan der Templerorden unter dem Namen “OSTJ – Ordre souverain et Militaire du Temple de Jerusalem” aus einem französischen und einem portugiesischen Zweig (OSMTH), jeweils unter einer eigenen Regentschaft. Als im Jahre 1960 die französische Regentschaft einen Großmeister wählte, erkannte dies der portugiesische Regent nicht an, da damit sonst der Sitz des Ordens Paris geworden wäre. Als der portugiesische Regent verstarb, übernahm sein Sohn gleichen Namens die Nachfolge, obwohl nach den alten Ordensstatuten für die Großmeister- und auch Regentenwürde eine Erbfolge nicht vorgesehen war. So besteht der Orden bis heute aus unterschiedlichen Zweigen, die ihren Sitz in Paris und Portugal haben. Sie unterhalten beide auch Niederlassungen in den übrigen kontinentalen und überseeischen Ländern.

1950

Ab dem Jahre 1950 kam es zu ersten Kontakten in Deutschland mit französischen Templern. Von der französischen Regentschaft wurde der evangelische Theologe Dr. Hans Heuer mit der Gründung einer Ordensgemeinschaft in der Bundesrepublik betraut und zum Prior ernannt.

1957

Die im Jahre 1957 gegründete Gemeinschaft erhielt den Namen “Jakob Molay-Collegium des souveränen Tempelherren-Ordens” und Dr. Heuer errichtete auch Zweigniederlassungen in Österreich und England, in Chile und im Libanon. Aufgrund dieser internationalen Basis vergrößerte Dr. Heuer seine Gründung zu einem unabhängigen Orden mit dem Namen “Ordo Militiae Crucis Templi, Orden der Kreuzritterschaft vom Tempel OMCT” und nannte sich “Großprior”. Damit geriet er aber zwangsläufig in Konflikt mit der französischen Zentrale des Ordens.

1959

Im Jahre 1959 ließ er auf einem internationalen Generalkapitel des Ordens in Wien den bekannten Graf Luckner zum Großmeister des Ordens wählen. In wenigen Jahren schnellt die Zahl der Mitglieder auf rund 200 Ordensbrüder hoch.

1964

Im Jahre 1964 trat dann eine Situation ein, die gravierend für die weitere Entwicklung des Ordens gewesen ist. Und zwar erschien im deutschen Adelsblatt von einem Mitglied des Malteserordens, einem Herrn von Schalscha, ein Artikel, in dem der Templerorden des Dr. Heuer als “Schwindelorden” bezeichnet wurde, weil er sich, so wurde es begründet, als souveräner Orden ausgab. Das sei, so wurde behauptet, eine bewußte Täuschung der Öffentlichkeit, weil es nur einen wirklich souveränen Ritterorden, der diese Bezeichnung führen darf, gäbe, nämlich den “Malteserorden”. Ob damals daran gelegen war, historische Dinge klarzustellen und wie seinerseits ein Interesse daran bestand, eine in der Bundesrepublik aufkommende Konkurrenz rechtzeitig auszuschalten, blieb ungeklärt.

Dr. Heuer wurde auch von kirchlicher Seite stark unter Druck gesetzt und hat dann 1964 auf dem Generalkapitel in Wiesbaden, ebenso wie Graf Luckner, sein Amt niedergelegt. Hier wurde nun eine neue Ordensregierung gewählt, an deren Spitze Prof. Dr. Keining stand. Der Obr. Dr. Horst wurde neuer Ordenskanzler und mit der Durchführung der praktischen Arbeit beauftragt. Es formte sich der “OMCT-Tempelherren-Orden, Deutsches Priorat“. Unverständlicherweise haben einige wenige Ordensbrüder um Dr. Heuer trotz der Wahl der neuen Ordensregierung dennoch versucht, diese Dinge wieder zu ändern und reaktivierten in Folge das Jacques de Molay-Collegium und bildeten so den Grundstock für den heutigen “Deutschen Tempelherren-Orden OMCT” mit Sitz in Hannover. (Sie vereinnahmten auch die Gründungsgeschichte und begingen folglich ihre 50-Jahr Feier im Jahre 2007). In einer Feststellungsklage ist die Unhaltbarkeit dieser Ansprüche gerichtlich klargestellt worden, wurde aber um des Friedens Willen nicht weitergetrieben. Die Trennung besteht leider bis heute.

Trotz all dem ist es unbestreitbar, daß unter dem Prior Prof. Dr. Keining und vor allem dem Ordenskanzler Dr. Horst in den Jahren 1964 bis 1970 der Orden sehr stabilisiert und reorganisiert wurde. Er war zu dieser Zeit die kopfzahlstärkste Templergemeinschaft in Deutschland.

1972

Als im Jahre 1972 die Zeitschrift “Der Spiegel” in gehässiger Weise über den Templerorden schrieb und ihn als Wahlhilfe-Organisation der CDU/CSU erneut anprangerte, hat Ordenskanzler Dr. Horst eine eindeutige Klarstellung, unterzeichnet von der damaligen Ordensregierung, gebracht und damit die angesprochenen Dinge aus der Welt geschafft.

1985

Im Jahre 1985 erscheint unter dem Namen NON NOBIS erstmals die offizielle und regelmäßig erscheinende Ordenszeitschrift.

1993

Im Jahre 1993 wird vom Prior Dr. Sawall als zentrale, nun jährlich stattfindende Bildungsveranstaltung des Ordens der überregionale Frühjahrskonvent ins Leben gerufen.

2007

Im Jahre 2007 kann der Orden ein Faksimile des 2001 im Vatikan wiederentdeckten “Pergaments von Chinon”, das die Unschuld der historischen Templer beweist, erwerben.
2008

Vom Tempelherren-Orden, Deutsches Priorat, spaltet sich auf dem Generalkapitel in Fulda 2008 wegen Unzufriedenheit mit der Wahl des neuen Kanzlers ein Teil der Ordensbrüder um den abgewählten Kanzler und später auch den Prior, der zuvor sein Amt aus persönlicher Freundschaft zum abgewählten Kanzler niedergelegt hatte, ab und bildet durch Umgestaltung des bestehenden Fördervereins des Ordens den “OMCT-Tempelritterorden”…
2009

Ab 2009 gelang es dem neugewählten Prior RA H.-J. Baumbach den Orden zusammenzuhalten und nach schweren Jahren innerer Erschütterung, mit der Ausrichtung zu einem Bildungsorden, wieder zu stärken. Die Erosion der Mitgliederzahl macht besondere Sorgen.

2012
Sammelband –Geistiger Geleitschutz– erscheint. Herausgabe durch Ordens- regierung als Festschrift für 20 Jahre Frühjahrskonvente.

2014
Im Jahre 2014 beging der OMCT-Tempelherren-Orden, Deutsches Priorat, sein Jubiläum “50 Jahre gelebte christliche Ökumene“.