Tempelritter und Großprior Hugues de Payens

Hugo von Payns

Tempelritter und Großmeister Hugues de Payens

Tempelritter und Großmeister Hugues de Payens

Aus dem Leben des Templergründers und ersten Großmeisters

(auch Hugo von Payens oder Hugues de Payns)

Er wurde um 1070 in Payns, einem Ort in der Champagne auf dem linken Seineufer, etwa zehn Kilometer von Troyes entfernt,  geboren und war Herr von Montigny-Lagesse mit Besitzungen im Gebiet von Tonnerre, sowie Gründungsmitglied und erster Großmeister des Templerordens. Über ihn existieren nur wenige gesicherte Fakten. Er gehörte zum mittleren französischen Adel, manche Quellen bezeichnen ihn als Verwandten der Grafen von Champagne. Nach Urkunden der Abtei Molesmes bestanden verwandtschaftliche Beziehungen zu den Adelsfamilien Touillon und Montbard und somit auch zu Bernhard von Clairvaux.

Er nahm am Ersten Kreuzzug 1096 bis 1099 nach Jerusalem im Gefolge seines Lehensherren Graf Hugo I. von Champagne, der mit Gottfried von Bouillon nach Jerusalem zog, teil und kehrte 1100 wieder nach Frankreich zurück. Dort heiratete er 1108 Elisabeth de Chappes, die früh verstarb. Mit ihr hatte er vier Kinder. Von 1113 bis 1114 begleitete er erneut Graf Hugo I. von Champagne, jetzt als Pilger, nach Jerusalem und blieb dann im Heiligen Land.

Angesichts der immer schlechter werdenden Sicherheitslage der Pilger, entwickelte er vor Ort den Plan, eine Gemeinschaft von Rittern ins Leben zu rufen, die nach den Regeln eines Mönchordens lebten und zusätzlich sich dem Schutz der Pilger vor feindlichen Übergriffen widmen sollte. Finaler Auslöser dazu könnte ein Zwischenfall zu Ostern 1119 gewesen sein, als eine Schar von 700 unbewaffneten Pilgern auf dem Weg von Jerusalem zum Jordan in einen Hinterhalt der Sarazenen geriet, wobei 300 Pilger getötet und 60 als Sklaven weggeführt wurden und die Sarazenen zudem bis vor die Mauern Jerusalems vordrangen.

Hugo von Payns unterbreitete daher seinen Plan gemeinsam mit dem Ritter Gottfried von Saint-Omer sowohl dem Patriarchen von Jerusalem Garmond von Picquigny als auch König Balduin II. von Jerusalem. Beide stimmten zu und am Weihnachttag des Jahres 1119 legten dann Hugo von Payns und acht andere Ritter, darunter Gottfried von Saint-Omer, Andreas von Montbard, Archibald von Saint-Aignan und Payen de Montdidier vor dem Patriarchen Garmond die Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ab. Sie nannten sich nun „Die Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels“, da ihnen König Balduin Teile der königlichen Residenz, der Al-Aqsa-Moschee am Tempelberg von Jerusalem, als Unterkunft überlassen hatte.

Hugo von Payns wurde der erste Großmeister des neuen Ordens. Im Prolog der Ordensregel, die 1129 auf dem Konzil von Troyes bestätigt wurde, wird festgestellt, daß das Konzil „auf Bitten des Meisters Hugo von Payns, unter dessen Führung selbige Ritterschaft durch Fügung des Heiligen Geistes entstand“, zusammengerufen wurde. Auf der anschließenden Reise durch Europa gründete er mehrere Niederlassungen der Templer in Frankreich, England und Schottland. Er starb im Jahr 1136.

(H.-J.R – Stand Juni 2019)