Siegel der Tempelritter

Robert De Craon (Robert von Burgund)

Non Nobis Dokumentation Heft 11

ROBERT DE CRAON, 1137-1148, auch Robert von Burgund genannt, war Nachfolger Hugos. Er wird 1137 als Großmeister urkundlich erwähnt und als hervorragender Krieger, auch seiner ritterlichen Frömmigkeit wegen, besonders gerühmt. Unter seiner Regierung gingen die “Ungläubigen” zum ersten Mal mit vereinten Kräften zum Gegenangriff über.

Da von den Teilnehmern des ersten Kreuzzuges nur etwa 300 Ritter und 2000 Kriegsknechte im Heiligen Land zurückgeblieben waren, wurde die Lage der Christen kritisch, so daß die Temp­ler, inzwischen zu einer Streitmacht herangewachsen, den ersten Gewaltstoß aufzufangen hatten. Da aber die infol­ge der feindlichen Übermacht unvermeidlichen schweren Verluste der Templer auf die Dauer untragbar wa­ren, mußte etwas geschehen, um deren Kampfkraft sicherzustellen.

Unter die­sen Umständen erließ Papst Innocens II. im Jahre 1139 seine berühmte Exemtionsbulle “Omne datum opti­ mum”, womit der Orden von allen welt­lichen und geistlichen Gewalten völlig unabhängig wurde und seine  Angehö­rigen mit bisher noch nicht dagewese­nen Privilegien ausgestattet wurden. Dies hatte zur Folge, daß sich die Mit gliederzahl des Ordens sprunghaft erhöhte. Da Robert de Craon noch im gleichen Jahr den Oberbefehl über die gesamte christliche Streitmacht über­nahm, muß angenommen werden, daß die für den Tempelherrenorden ent scheidende päpstliche Bulle auf seine Initiative zurückzuführen ist.

Daß er aber als Heerführer vom Glück nicht begünstigt war, sollte sich in der Schlacht von Thekoa bei Bethlehem zeigen, die nach einem Angriff der Templer gewonnen schien, dann aber zu einer vernichtenden Niederlage der Christen wurde.

Als im Jahre 1141 die schweren Verluste im Kampf um Edessa hinzukamen, blieb es den Templern unter Robert de Craon vorbehalten, die Hauptlast des Abwehrkampfes zu tragen. Deshalb wurde ihnen in Anerkennung ihrer  Op­ferbereitschaft und Tapferkeit im Jahre 1147 von Papst Bugen 111. zu ihrem weißen Mantel das rote Kreuz des Hei­ligen Landes als Ordensinsignum ver­liehen.

1146/47 war es Bernhard von Clairvaux angesichts der bedrohlichen Lage im Heiligen Land gelungen, den deutschen König Konrad III., zur Teilnahme am II. Kreuzzug zu bewegen. Zusammen mit dem französischen  Kontingent un­ter Führung des Königs Ludwig VII. konnte man mit etwa 200.000 Teilnehmern rechnen, so daß eine entscheiden­de Änderung der Kriegslage erwartet werden durfte. Da jedoch das deutsche und das französische  Heer unterwegs so schwere Verluste erlitten, daß im Früh­jahr 1148 nur noch ein Zehntel der deut­schen Teilnehmer im Heiligen Land ankam, war an die Durchführung des vorgesehenen Kriegsplanes nicht mehr zu denken.

Nach dem Augenzeugenbericht des Bi­schofs Otto von Freising wurde der deutsche König Konrad unter dem Geläut der Glocken in Jerusalem von den Templern in feierlichem Zuge eingeholt und zum Hause der Templer gelei­tet, wo er auf Einladung des Großmei­sters mehrere Wochen wohnte. Und als die Könige von Jerusalem, Frankreich und Deutschland in Akkon zum Kriegs­rat zusammentraten, wurde der Großmeister der Templer als maßgeblicher Berater hinzugezogen.

Er bezeichnete den Plan der Fürsten, zunächst die Stadt Damaskus zu erobern, als aussichtslos und warnte davor, jedoch vergeblich. Der Kampf um Damaskus zog sich in die Länge und mußte schließlich angesichts  heranrückender feindlicher Hee­resverbände abgebrochen werden. Damit war der Feldzug gescheitert. Das Heer der Kreuzfahrer löste sich auf, um sich ebenso wie die enttäuschten Köni­ge zur Heimfahrt nach Buropa einzuschiffen. Der Großmeister Robert de Craon war im Kampf um Damaskus gefallen.