evangelischer Pfarrer Adolf Hermann Meyer

Sonntag muss Sonntag bleiben!

NON NOBIS - Heft 69Beitrag unseres evangelischen Ordenspfarrers A. H. Meyer

Aus unseren Periodicals – NON NOBIS – Heft 69

Wir Christen in Deutschland wehren uns entschieden gegen alle Versuche, den bestehenden Sonntags- und Feiertagsschutz auszuhöhlen. Im christlichen Sonntag sind die Traditionen des jüdischen Sabbat mit der JESUS-Geschichte verbunden worden. Die christliche Gemeinde feiert den ersten Tag der Woche als Tag des HERRN und als Tag der Auferstehung und somit des Neubeginns. Darum rufen auch die Glocken zum Gottesdienst.

Als Tag der Ruhe und des Neubeginns eröffnet der Sonntag den Menschen die Möglichkeit, ihre Zeit frei ohne Zwänge und Bevormundung zu verbringen. Dieser von nicht notwendiger Arbeit freie Tag ist die Voraussetzung  dafür, dass Menschen sich tatsächlich als Menschen mit allen ihren Fähigkeiten entfalten können. Der Sonntag ist zweckfrei und gerade darin sinnvoll.

Durch die Zäsur, die Unterbrechung des Alltags, gewinnen Alltag und Festtag erst ihren besonderen, dem Leben dienenden Sinn. Kennzeichnend für den Sonntag ist die Arbeitsruhe. Ohne die Arbeitsruhe verschwindet der  Zeitrhythmus und der notwendige gesellschaftliche Wechsel von Arbeit und Ruhe. Der Sonntag wird dadurch nicht nur zum Werktag sondern er geht ganz verloren. Mit Sorge sehen wir den Versuch, auf die gesamte Zeit der  Familie, Freunde und Nachbarn zurückzugreifen. Aus Gründen der Fairness bzw. Gleichbehandlung sollte auch der Internet-Handel am Sonntag nicht möglich sein. Dies technisch zu steuern, müsste gerade im digitalen  Zeitalter auch gestaltbar und möglich sein.

In der Vergangenheit und auch zukünftig wird es Arbeitsfelder geben, in denen der Sonntag sich von anderen Tagen der Woche kaum unterscheidet. Medizinische und soziale Einrichtungen, sowie landwirtschaftliche  Tierbetriebe sind davon hauptsächlich befreit. Auch hier gilt es, den Mitarbeitern im Rahmen der Möglichkeiten Sonn- und Feiertage freie Zeit zu gewähren. Zu solchen Ausnahmen können jedoch nicht die derzeit bestehenden,  weitreichen- den Sonderregelungen für Badeorte zählen.