Wappen der OMCT Tempelherren

Templer und Freimaurer – Kapitel IV

OMCT Tempelherrenorden, Deutsches Priorat e.V.

Information/Dokumentation des Ordo MilitÆ Crucis Templi – OMCT Tempelherren-Orden, Deutsches Priorat e.V.

Als Manuskript gedruckt und herausgegeben von der Komturei Düsseldorf des OMCT im März 1981.
Bearbeitung: Obr. Prof. Kramberg

Gedanken, Hinweise und Fragen – Der Versuch einer Antwort

Kapitel IV

Im Laufe der Jahrhunderte trat jedoch eine gewisse und zunehmende Perversion in Form von Legendenbildungen um den Templerorden in Erscheinung. So behauptete eine sogenannte „Templerlegende“, deren Quelle wahrscheinlich in der französischen Loge von Clermont zu suchen ist, daß einige wenige Tempelritter unter ihrem Ordensmarschall d’Aumont und ihrem Großkomtur Harris nach Schottland geflüchtet seine. Diese Männer hätten im Jahre 1313 in treuem Festhalten an der beschworenen Ordensregel und auf Grund eines ihnen bekannten Vermächtnisses des letzten Großmeisters des Templerordens, Jakob de Molay, gehandelt, das es jedem überlebenden Bruder der Templer zur Pflicht mache, das nur unterbrochene, aber unsterbliche Ordenswerk, fortzusetzen. Also entstand ein „getarnter“ Ordensbund der „Freimaurer“ in Schottland, der bereits im darauffolgenden Jahr ein erstes förmliches Konzil auf der verschwiegenen Insel Mull (schottische Grafschaft Argyll) habe abhalten können.

So begann eine leidvolle Zeit für die ursprünglichen Templerideen eines Hugo von Payens und des Hl. Bernhard von Clairvaux:

Eine bis heute nicht auszumerzende Vorstellung, daß templerisches Gedankengut und die mystischen und oft für Außenstehende – ja sogar für Eingeweihte – nicht verständliche Ideenwelt der Freimaurer identische seien. Die Hochblüte dieser unseligen Verquickung wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts erreicht, als im Jahre 1754 ein „Neutemplerorden“ gegründet wurde.

Wer immer sich für die Freimauerei interessiert, der möge sich mit der überaus umfangreichen Literatur dieses Erscheinungsbildes vertraut machen. Auch andeutungsweise auf dieses Phänomen einzugehen, erlauben nicht Inhalt und Platz unserer Ausführungen. Auch ist es nicht Sache der Tempelherren des OMCT, Kritik zu üben oder Urteile zu fällen. Unsere Toleranz hat ihre Grenzen jenseits solcher Erscheinungsbilder. Doch unsere Grenzen sind dort sehr eng und unüberbrückbar gezogen, wo man die Grundsätze unseres Ordens und somit das Ideengut eines Hugo von Payens und des geistigen Wegbereiters des historischen Templerordens, des Hl. Bernhard von Clairvaux, mit dem Freimaurertum – gleich welcher Coleur – in Verbindung bringen will. Wer unserer Ordensgemeinschaft angehören will, muß sich unseren Ordensregeln verbunden führen; diese schließen aber jede Mystifikation aus und sind ausschließlich dem praktizierenden Christentum und seiner Umsetzung in das praktische Wollen und Handeln vor- und untergeordnet.

Um es insoweit abschließend zu sagen, die Zugehörigkeit zu unserer Ordensgemeinschaft schließt die Mitgliedschaft zu jedweder Freimaurerloge aus.

Nach Klarstellung dieses Sachverhalts möchten wir noch den Versuch einer Antwort auf die Frage unternehmen, ob Ritterorden schlechthin, und der Templerorden (OMCT) insbesondere, noch zeitgemäß sind.